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 Vor einigen Jahren:

An einem Septembertag  kam mir bei einem Spaziergang diese spontane Idee:
Jetzt male ich den, der da in meinem Kopf herumspukt,den Tinnitus! 
Der Spaziergang wurde nur ein kurzer, denn es zog mich zur Staffelei. Ich wählte nicht lange die Farben aus, sondern malte sozusagen drauflos.


In Gedanken ließ ich noch einmal alle Zeit Revue passieren, in der ich "ihn" als Feind betrachtet hatte. Ich gab ihm damals im Stillen viele Namen wie: Störenfried, Quälgeist, Nervensäge. Und ich flehte ihn, natürlich auch im Stillen, immer wieder an: Lass mich doch in Ruhe, was willst du überhaupt von mir? Er ließ mich aber nicht in Ruhe, warum, das fand ich später heraus.


Ich malte den "Feind Tinnitus" in Gestalt von bedrohlich wirkenden Schlünden, die mich tief hinunterziehen wollten. Kränkliches Grün und viel Schwarz drückten meine Empfindungen aus. Aber auch ein wenig Licht befand sich in den Schlünden. Wollten sie mich damit locken, zu vertrauen?


Nein! Einem Feind vertraut man nicht! Heute denke ich anders darüber. Heute weiß ich diese Nervensäge  zu schätzen! Nicht als Feind, sondern als Freund.
Und ein Freund muss ehrlich, bei Bedarf sogar unbequem sein.  "retour" zum Bild zurück.

 

 

 

TINNITUS 2

Gleich am nächsten Tag kam der Tinnitus noch einmal auf die Leinwand.

Doch  zu diesem Bild  nahm ich hellere, wärmere Farben, meine geliebten Herbstfarben. Ich erinnerte mich während des Malens an die Zeit, als ich es aufgab, ihn zu verjagen. Denn irgendwann entdeckte ich, dass

er mir helfen will.
Doch er ist selten  geduldig. Und ich bin auch nicht mehr die still alles Erduldende. Ich kann mich jetzt wehren. Ich kann sogar laut werden! Aber er auch! Wann? Wenn ich nicht auf seine unangenehm lauten Töne  höre.


Im eigenen Interesse spitze ich lieber meine Ohren. Denn, wie  ich schon erwähnte, er will mich nicht quälen. Er will mir helfen. Und er tut es.
Ein Ayurveda- Arzt meinte einmal zu mir: " Der Tinnitus  wird solange bei Ihnen sein, wie Sie ihn brauchen."
Von mir aus  kann er noch bleiben. Denn allein schon durch seinePräsens weiß ich: Ich bin nie allein.

 

 

 

 

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