Hier  findet man einige meiner Gedichte, das erste

mit dazugehörigen Bild:

 

 

Es herbstelt

 

Es herbstelt schon im Garten. Gefärbt ist Baum und Strauch.

Es herbsteln manche Glieder, das merk ich bei mir auch. 

 

 Sollt ich mich darob grämen? Es ist der Welten Lauf.

Ich werd mich doch nicht schämen. Das nehme ich in Kauf.

 

 Es gibt gewisse Mittel, die halten einen jung.

Verheißungsvolle Titel. Doch hab ich keinen "Sprung"

 

bis jetzt in meiner "Schüssel", dem Kopf, salopp genannt.

Ich kenn gewisse Kiesel, als Heilsteine bekannt,

 

nebst Therapien und Themen, Auflegen mit der Hand.

ich leg auch mal die Karten. Tarot als Unterpfand.

 

Herbstlich färb ich die Haare. Friseure gibts genug.

Ich komme in die jahre. Doch, wann werd ich mal klug?

 

Was solls, ich bin im Herbste des Lebens angekommen.

Daraus mach ich das Beste! Es herbstelt,

habs vernommen!

 


Schlafende Tigerin

Du zeigst  mir den Schlüssel  zu dieser Tür.

Sag, war der Riegel schon immer hier?

Und der Schrank davor, kompakt und schwer,

die Schubladen trotzdem gähnend leer?

 

Der Schlüssel im Schloss sich zögernd dreht.

Wieder schließen, oder öffnen? Schon ist’s zu spät:

Schlafende Tigerin, sie tritt  heraus

Schlafend lebte sie  in diesem Haus.

 

Doch  nun wieder wach, es gibt kein Zurück.

Enttäuschung? Liebe? Angst? Oder Glück?

Alles soll sein. Alles soll kommen.

Ich schau nach vorn, noch etwas benommen.

 

Zögernde Schritte. Neuer Beginn

Mut und Wagnis, steht danach mein Sinn?

Noch einmal lieben, oder auch leiden,

Noch einmal Sehnsucht, Blick in die Weiten.

 

So ist das Leben, wie ist der Tod?

Der Weg ist noch weit zur Überfahrt’ Boot

Du zeigtest den Schlüssel, steckt nun an der Tür.

Schlafende Tigerin, wach nun, bleib hier!

 

Den Schrank beiseite,  Schubladen gefüllt!

Sanft, still, ekstatisch, oder auch wild?

Alles soll kommen, alles soll sein, Ich schau nach vorn,

bin nicht mehr allein

KIND SEIN

Ich möcht noch einmal Kind sein,

Und diesmal froh und frei.

Ich möcht noch einmal Kind sein,

Im Alter? Einerlei..

 

Ich möchte toben, jagen

und unbeschwert genießen,

die dümmsten Dinge sagen,

vor Freude überfließen.

 

Das Kind wird neu geboren,

wenn’s auch schon älter ist.

Ich will’s umarmen, lieben,

‘s wurd lange nicht geküsst.

 

Ich will es in mir spüren,

auf seine Stimme hören,

will es nie mehr vergessen,

mein Kind- Sein nie mehr stören.

Maskenträger 

nimm ab deine maske

du trägst sie schon zu lang

sie ist mit dir verwachsen

wird dir davor nicht bang

 

du siehst nur noch fragmente

du atmest nicht mehr frei

aus angst gefühl zu zeigen

was es auch immer sei

 

nehmt bitte ab die masken

ihr tragt sie schon zu lang

ihr seht die menschen um euch nicht

wird euch davor nicht bang

 

nur ein versuch fürs erste

ein paar minuten lang

 

vielleicht könnt ihr nun hören

der freiheit selt’nen klang

 

danach könnt ihr entscheiden

soll wieder fasching sein

 

ich fang noch mal zu leben an

die maske halt ich klein

 

 

Tanzende Marionette

Takt schlägt der smarte Akteur

Coppelia erwacht jetzt zum Leben

Coppelia tanzt mehr und mehr

 

Willig lässt sie sich führen

Beseelt vom metrischen Klang

Das Herz beginnt sich zu rühren

Wie wird ihr nur plötzlich so bang

Fäden gewaltsam zerschnitten

Knoten abrupt getrennt

Am Boden verworrene Schlingen

Verlockend der Abgrund gähnt

 

Coppelia erhebt sich erst wieder

Mit Seiner helfenden Hand

Taumelt noch, spürt ihre Glieder

ER fragt: Ist dir nicht bekannt,

 

Den Berg im Tal zu erkennen

Kein Schloss nur errichten aus Glück?

Tanze dein eigenes Leben

Kehr zu dir selbst zurück.

 

 

Herbstseifenblasen

Auf der Sommerwiese

Sitzt im grünen Gras

Die kleine dünne Liese

Und träumt sich was.

 

Sie spielt mit Seifenblasen

So groß und schillernd rund

So groß wie ihre Wünsche

Geheimnisvoll und bunt.

 

Sie spielt und lässt sie fliegen

Hält sie nicht lange fest

Glaubt nicht an die Erfüllung

Bläst weg den letzten Rest

 

Der Sommer ist vergangen

Der Herbst des Lebens da

Nach Heu duftet die Wiese

Frau Liese sagt leis ja

 

Zu ihren vielen Wünschen

Fragt zag, ob das noch geht

Sie muss nur  fest dran glauben

Erst jetzt, wenn auch sehr spät

 

Lebt sie bewusst ihr Leben

Der Liebe Lust  und  Leid

Doch Seifenblasenträume

Bewahrt sie sich bis heut

 

 

Augen- Blicke 

das Lachen eines  Kindes

ein Vogel auf dem Ast

was es auch sei- nur wichtig,

dass du’s gesehen hast

 

ein bunter Regenbogen

ein junges Liebespaar

Wolken vorbeigezogen

der Schnee vom letzten Jahr

 

ein warmer langer Sommer

der alte Mann am Fluss

die Schwäne an der Brücke

der lang ersehnte Kuss

 

wie wichtig sind sie wirklich

für dich, für jedermann

die flücht’ gen Augenblicke

die man nicht halten kann

 

du möchtest gar nichts missen

von dem, was du gesehn

und würdest gerne wissen

warum nur muss er gehn

 

warum kann er nicht bleiben

der schöne Augenblick

versuch ihn zu genießen

und sieh darin dein Glück

 

 

 

  


 

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